Maßnahmen im Bereich betrieblicher Gesundheitsförderung steuerfrei?

Jährliche Studien der führenden Krankenkasse zeigen, dass der Krankenstand in Unternehmen steigt. Maßnahmen im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagement oder der betrieblichen Gesundheitsförderung bieten Möglichkeiten den Krankheitsstand zu reduzieren. Folgerichtig fördert der Fiskus Firmen bei der Gesundheitsförderung der Mitarbeiter bundesweit. Seit 2019 gibt es hier allerdings Änderungen, welche Maßnahmen in der betrieblichen Gesundheitsförderung steuerfrei sind und wo Fallstricke lauern.

Gesundheitsförderung steuerfrei

Betriebliche Gesundheitsförderung steuerfrei?

Gesundheitsförderung reduziert Krankheitstage und fördert die Mitarbeitergesundheit

Demografischer Wandel und Fachkräftemangel rücken BGM und BGF Maßnahmen immer stärker in den Fokus. Eine Gesundheitsförderung im Betrieb führt zu vielen Vorteilen von Unternehmen. Nachhaltig fördern betriebliche Gesundheitsmaßnahmen nicht nur die Mitarbeitergesundheit und reduzieren so die Krankheitstage, das Unternehmen wertet zudem sein Image auf und stärkt das Betriebsklima und die Teamstruktur. Damit von solcherlei Maßnahmen nicht auch noch der Fiskus profitiert, müssen Unternehmen im Falle betrieblicher Gesundheitsförderung in steuerlicher Hinsicht einiges beachten. Es drohen Gefahren, dass das Finanzamt Sachleistungen oder Barzuschüsse als steuerpflichtige Einkünfte einschätzt. Die Folge: Bei der nächsten Betriebsprüfung droht eine saftige Nachzahlung samt Zinsen. Eine sorgfältige Dokumentation ist für alle Mitarbeiter Pflicht. Firmen sollten Belege wie Beitragsbescheide, Teilnahmebescheinigungen oder Zertifizierungen von Anbietern immer zusammen mit den Lohnunterlagen aufbewahren.

Gesundheitsförderung Hamburg

Gesundheitsförderung 500 Euro Freibetrag pro Jahr? So gehts…

Steuerliche Vorteile bei Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement

Steuerlich begünstigt sind nur Sachleistungen und Barzuschüsse, die Firmen freiwillig und zusätzlich zum vertraglich vereinbarten Arbeitslohn gewähren. Eine Umwandlung von Gehaltsbestandteilen oder Gegenleistungen des Mitarbeiters wie etwa ein Lohnverzicht sind tabu. Unternehmen können Gesundheitsleistungen auf andere freiwillige Sonderzahlungen wie etwa das Weihnachtsgeld anrechnen oder im Rahmen einer Gehaltserhöhung gewähren. Zu beachten gilt: Laut Sozialgesetzbuch müssen Maßnahmen der Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands oder der betrieblichen Gesundheitsförderung dienen. Unternehmen sollten darauf achten mit zertifizierten Dienstleistern zusammen zu arbeiten. Eine Orientierungshilfe bietet der Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen, der unter hier heruntergeladen werden kann. Firmen sollten vorab immer genau prüfen, ob Kurse von den Krankenkassen als Präventionsmaßnahme zertifiziert und Anbieter ausreichend qualifiziert sind.

Gesundheitsmanagement Kiel

Gesundheitsfördernde Maßnahmen sollten zertifiziert sein, damit Sie den steuerlichen Freibetrag entsprechen

Steuerliche Freigrenze betriebliche Gesundheitsförderung – 500 Euro pro Mitarbeiter pro Jahr

Grundsätzlich gibt es eine Fördergrenze für Leistungen im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung. Maximal 500 Euro dürfen Unternehmen jährlich pro Mitarbeiter ohne Weiteres für Gesundheitsmaßnahmen und Gesundheitsleistungen ausgeben.
Vertragspartner kann grundsätzlich der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer sein. Bis zum Freibetrag von 500 Euro müssen Unternehmen keinen Nachweis erbringen, dass die Maßnahmen berufsspezifischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorbeugen. Dies trifft etwa dann zu, wenn PC-Kräfte an einem Rückengymnastikkurs teilnehmen oder eine spezielle Bildschirmbrille benötigen. Wer mehr als 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter steuerfrei ausgeben will, muss den berufsspezifischen Nachweis durch eine Auskunft des medizinischen Dienstes der Krankenkassen, der Berufsgenossenschaft oder eines Sachverständigen erbringen. In solchen Fällen sollten Unternehmen vorab immer ihren steuerlichen Berater konsultieren, insbesondere wenn eine größere Anzahl von Mitarbeitern betroffen ist.

Seit dem 01.01 2019 gilt eine neue Inanspruchnahme der Steuerbefreiungsvorschrift

Gesundheitsförderliche Maßnahme im Betrieb, die entsprechend den Kriterien des GKV Spitzenverbands entsprechen, sollten auch nachgewiesen werden. Weitere Neuerung können Sie sich in unserem Leitfaden „Gesundheitsförderung steuerfrei“ einsehen.